30 Jahre Universum Film

30 Jahre Universum Film

30 Jahre Universum Film 

Ende der 70er Jahre setzte die Universum Film zu einem Höhenflug an, der sie zum größten unabhängigen Home Entertainment-Anbieter Deutschlands machen sollte. Wie das 65 Mitarbeiter starke Unternehmen diesen Status erreichte und wie es ihn noch weiter ausbaut, das erzählen die folgenden Texte. Doch diese kleine Historie erklärt noch mehr: Warum die Firma eigentlich ihren 92. Geburtstag feiern sollte oder welche Rolle Männer mit Bayern München T-Shirts in ihrer Geschichte spielten.

Home Entertainment: Starke Marken in allen Formaten 

Vor über 30 Jahren gab es Home Entertainment noch am laufenden Meter zu kaufen. Die Vorgängerfirma der Universum Film GmbH, die Ufa-ATB, machte ihre Geschäfte mit Super 8 Filmen. ‚80 m’ lauteten die technischen Angaben für Erfolgsprodukte wie „Dick und Doof – Der zermürbende Klaviertransport“. Der zermürbende Prozess, in dem das 35mm-Originalmaterial für den Vertrieb zurecht geschnitten wurde, fand indes in diesem Zeitraum sein Ende. Ein neues Medium brach sich seine Bahn – die VHS-Kassette.

Die 1979 gegründete Universum Film, die sich auf den Videovertrieb konzentrierte, musste zunächst alle verfügbaren Systeme bedienen. Doch ungeachtet solcher Komplikationen waren die Bedingungen paradiesisch. Bei den Verkaufsmessen standen die Händler Schlange, um Videokassetten für den Verleih zu erwerben – zu Preisen von bis zu knapp 300 DM. Und die neue Firma war für diesen neuen Markt hervorragend aufgestellt. Karate-Streifen mit Bruce Lee und Jackie Chan avancierten zu den großen Hits, aber auch die heute fast kultverdächtigen „Lederhosen“-Epen.
Der wirtschaftliche Aufstieg ging mit strukturellen Umbrüchen einher. 1984 erwarb die Bertelsmann AG die restlichen Anteile des Universum-Co-Eigners Büscher Film; parallel zog die neue Tochter vom heimischen Düsseldorf nach München. Fortan wurden die Filme unter dem „Ufa-Video“ Label vertrieben. 1987 firmierte das Unternehmen zu BMG/Video Universum Film GmbH um.
Bereits zu diesem Zeitpunkt zählten die Klassiker des deutschen Kinos zum Portfolio – ob "Die Drei von der Tankstelle", "Der blaue Engel" oder „Münchhausen“. Das gebot allein schon das Traditionsbewusstsein. Schließlich reichen die Wurzeln der heutigen Universum Film streng genommen bis ins Jahr 1917 zurück. Damals wurde die „Universum-Film-Aktien-Gesellschaft“ alias UFA gegründet, deren Aktien der Bertelsmann-Konzern 1963 erwarb.
Doch Tradition allein sichert keine Erfolge. So vertrieb die moderne Universum ab Ende der 80er verstärkt das Blockbuster-Kino Marke Hollywood – mit Titeln wie „Total Recall“, „Cliffhanger“ oder „Stargate“, wobei Kaufkassetten eine immer wichtigere Rolle spielten. Roland Emmerichs Science-Fiction-Abenteuer markierte einen neuen Höhepunkt: 257.000 verkaufte VHS-Kassetten sorgten 1996 für einen Umsatz von umgerechnet rund € 1,7 Mio. Das war nicht zuletzt ein Resultat einer umfangreichen Endverbraucher-Kampagne, die das Unternehmen zum ersten Mal durchgeführt hatte.
Wie sehr sich der Stellenwert des Home Entertainments geändert hatte, zeigten auch scheinbar unauffällige Episoden: 1994 kam der US-Schauspieler James Belushi („Mein Partner mit der kalten Schnauze“) in die Münchner Büros, um seine Actionkomödie „Royce“ zu promoten – so konnte die Belegschaft einen leibhaftigen Hollywood-Star kennen lernen.

Mit forciert wurde die Expansion durch die heutige Geschäftsführerin Tania Reichert-Facilides, die 1994 als Marketingleiterin eingestiegen war, um bald darauf die Leitung des Filmeinkaufs zu übernehmen. Verschiedene Kooperationen – unter anderem mit Lizenzgebern wie der Tobis Film und der Telepool – sicherten die Versorgung mit hochwertigen Kinoproduktionen wie "Das Fünfte Element", "Apocalypse Now Redux" oder "American Werewolf 2".
Aber immer wichtiger wurden auch die vermeintlich kleinen Bilder: Ende 1992 schloss Universum einen Exklusivvertrag mit dem ZDF, um die Videorechte der Sender-Produktionen zu vermarkten – darunter Quotenhits wie "Die Schwarzwaldklinik" oder "Terra X". Diese Zusammenarbeit besteht weiterhin und ermöglicht dem Unternehmen erfolgreiche Auswertungen von neueren Formaten wie den "Rosamunde-Pilcher"-Verfilmungen. Doch auch andere Fernsehsender liefern für die seit 1998 zur RTL Group gehörende Universum Film erfolgreiche Marken – vom Dauerbrenner "Der Doktor und das liebe Vieh" bis zu den verschiedenen Ablegern der Blockbuster-Serie "CSI" oder "Türkisch für Anfänger".

Hollywoods große Visionen bleiben dennoch unverzichtbar: Sowohl harte Actionknüller wie die "Crank"- und "Transporter"-Franchises, die bei der Home Entertainment-Auswertung teilweise sogar die Kinoergebnisse übertrafen, als auch gefühlssatte Romantikdramen wie "P.S. Ich liebe dich" lieferten rekordträchtige Ergebnisse.
Für die spektakulärsten Rekorde sind indes zwei Kandidaten verantwortlich, denen man dies nicht sofort zugetraut hätte – eine gelernte Sekretärin, Jahrgang 1907, und ein Ex-Radiomoderator, der früher durch das Tragen von Bayern München T-Shirts auffiel.
Letzterer bekam immerhin Unterstützung durch einen der größten Kultautoren der deutschen Sprache: 2000 drehte Michael „Bully“ Herbig seine Karl May-Parodie "Der Schuh des Manitu", die nicht nur dem deutschen Kino einen Blockbuster bescherte, sondern auch der Universum Film. Vier Millionen verkaufte DVDs und Videokassetten generierten einen Umsatz von über 37 Mio. Euro – prompt überschritt die Firma 2001 zum ersten Mal die Umsatzgrenze von 50 Mio Euro.
Kein anderer Film des Unternehmens sollte dies bislang übertreffen. Langfristiger und nachhaltiger sind indes die Einspielergebnisse der Astrid Lindgren-Adaptionen. 2003 wurde das Label ‚UFA Kids’ (heute ‚Universum KIDS’) aus der Taufe gehoben, in dem alle Kinderprogramme ausgewertet werden. Vier Jahre später erwarb Universum den gesamten Rechtekatalog für die Verfilmungen der schwedischen Klassiker, die seither zu den erfolgreichsten Produkten in diesem Segment gehören. Dafür sorgen auch umfangreiche Medienkampagnen, eine zielgerichtete Preispolitik und themenbezogene Veröffentlichungen – so zum Beispiel die 2008 erschienene DVD "Weihnachten mit Astrid Lindgren", die sich bislang 80.000mal verkaufte.
Aber Pippi Langstrumpf und ihre Landsleute sind keineswegs die einzigen Erfolgsgaranten. Der erste Hit im Pre-School-Segment, der weiterhin große Popularität genießt, ist die Serie "Caillou" – nach den gleichnamigen Bestsellern – in der ein kleiner Junge die Welt für sich entdeckt, ebenso wie der "Kleine rote Traktor". Parallel zu den Geschöpfen Astrid Lindgrens kamen die Animationshelden des ZDF zum Universum-Kosmos: So erleben jetzt Wickie, Sindbad oder Heidi ihre Abenteuer unter dem Universum KIDS-Logo. Gleiches gilt für "Tim und Struppi" und die Protagonisten der BBC-Verfilmung von "Narnia", die auf großen Anklang stießen.
In Sachen ‚Family Entertainment’ betrieb Universum auch Pionierarbeit. So erschloss man dem japanischen Anime-Kino hierzulande neue Publikumsschichten – allen voran mit den Produktionen des Animationsgurus Hayao Miyazaki und dessen Filmen wie "Chihiros Reise ins Zauberland" oder "Das wandelnde Schloss".
Diese Bemühungen führten zu eindrucksvollen Resultaten: In dem Segment ‚Kids Non Feature’ hält Universum Film seit 2007 mit einem Marktanteil von 16 Prozent die Spitzenposition. Das Unternehmen versteht es nicht nur, alte und neue Klassiker zu akquirieren, sondern diese auch sorgfältig zu betreuen und innovativ zu vermarkten. Dafür gibt es ein aktuelles Beispiel: 2009 kamen die tschechischen Kinderfilmklassiker wie "Pan Tau" oder "Luzie, der Schrecken der Straße" zum ersten Mal auf DVD heraus.
Rund 4.000 Titel umfasst der Home Entertainment-Katalog inzwischen. Pro Jahr kommen über 300 neue hinzu. Die Zeiten, in denen eine Handvoll Mitarbeiter klobige Kassetten aus dem eigenen Lager auslieferte, sind längst nicht mehr vorstellbar. Und doch hat sich in diesen 30 Jahren eines nicht geändert: Universum Film steht – sowohl für Partner und Kunden – für Qualität und Zuverlässigkeit. Das erklärt auch, warum sich die Firma in den wechselvollen Entwicklungen des Marktes so souverän behaupten konnte. Und wenn diese Konstanten gleich bleiben, dann sollte sich auch in den nächsten 30 Jahren nichts daran ändern.

Kinoverleih: Wegbereiter für Qualität 

Es gibt sicherlich Filme mit besseren Kritiken als "Party Animals". Aber als Universum den „überdrehten College-Klamauk“ (‚Blickpunkt Film’) am 25. Juli 2002 in die deutschen Kinos schickte, war das ein Start nach Maß. Knapp eine Million Besucher konnte der Verleih bei seinem Debüt in die deutschen Kinos locken. 2001 war die Universum Film dazu übergegangen, neben den Home Entertainment- auch die Kinorechte zu erwerben, um die eigene Verhandlungsposition zu stärken. Gerade durch die Abdeckung aller Vertriebswege wurde das Unternehmen für Produzenten und Lizenzgeber noch attraktiver.
Das Unternehmen setzte dabei auf drei Schwerpunkte: actionorientierte Unterhaltung für ein junges männliches Publikum, Family Entertainment und Dokumentation. Hinzu kamen ausgewählte Arthouse-Titel.
All diese Segmente bescherten dem jungen Verleiher erstaunliche Erfolge. Für ein großes Box-Office gaben – vereinfacht ausgedrückt – folgende Faktoren den Ausschlag: Kinderbücher, Eisbären und Jason Statham. Zielsicher startete Universum die Adaptionen von Pre-School-Bestsellern wie "Felix 2 – Der Hase und die verflixte Zeitmaschine", "Mondbär" oder zuletzt "Prinzessin Lillifee" und erreichte damit im Schnitt rund 700.000 Zuschauer. Ähnliche Zahlen schrieb auch "Asterix und die Wikinger". So ist es nur konsequent, wenn 2009 zwei weitere Familienfilme anlaufen – "Lippels Traum" nach einer Vorlage von „Sams“-Autor Paul Maar und "Niko – Ein Rentier hebt ab".

Auch Natur-Dokumentationen sind Filme für die ganze Familie, und hier gelang Universum Film ein Kunststück, das die ganze Branche staunen lassen sollte: "Unsere Erde" war mit einem Budget von über 40 Millionen Euro und einer Produktionszeit von fünf Jahren nicht nur die aufwändigste Hommage an unseren Heimatplaneten, sondern nicht zuletzt der erfolgreichste Dokumentarfilm der deutschen Kinogeschichte. Seit Start im Februar 2008 ließen sich über 3,8 Millionen Zuschauer von den atemberaubenden Bildern von Eisbären und vielen anderen Tierarten bewegen. Dazu hatten auch ausgeklügelte Marketing-Maßnahmen beigetragen. Rund 7.500 Lehrer mit ihren Klassen sahen den Film in der bis dahin bundesweit größten Preview-Aktion. Universum Film unterstützte die Kampagne mit ausführlichem Unterrichtsmaterial.
Das enorme Vermarktungs-Know-how wird belegt von Filmen wie "In 80 Tagen um die Welt", die in Relation zum US-Markt wesentlich bessere Ergebnisse erzielten. Und es zeigt sich in gleicher Weise im Action-Bereich: Mit "Crank" und "Transporter", in denen das englische Rauhbein Jason Statham die Hauptrolle übernahm, gelang es zwei Franchises aufzubauen, bei denen man auch die Synergien des gesamten Unternehmens nutzte: Der im Januar 2009 angelaufene "Transporter 3" erreichte mit rund 1,4 Millionen Besuchern fast das doppelte Ergebnis seines Vorgängers ebenso "Crank 2: High Voltage", der im April 2009 in die Kinos kam und im Vergleich zum ersten Teil doppelt so viele Besucher ins Kino lockte. Unmittelbar vor Start waren die bisherigen Teile besonders prominent im DVD-Handel platziert wurden – und liefen überdies auf dem Sender des Mutterkonzerns, wo sie rekordträchtige Einschaltquoten verzeichneten.
Aber nicht jeder Erfolg wird definiert durch kurzfristige Ergebnisse. Filme wie "L.A. Crash" oder "Die Fälscher" entpuppten sich bei ihrem Einsatz am Box-Office nicht als große Hits, und doch sind auch sie Meilensteine der Verleih-Geschichte. Ersterer erhielt 2005 den Oscar® als bester Film, während Stefan Ruzowitzkys Holocaust-Drama zwei Jahre später in der Kategorie ‚bester fremdsprachiger Film’ ausgezeichnet wurde.
Der Mut zum unternehmerisch-kreativen Risiko machte sich bei "Chihiros Reise ins Zauberland" bezahlt, mit dem Universum zum ersten Mal ein Werk des japanischen Walt Disney, Hayao Miyazaki, in die deutschen Kinos brachte. Über 410.000 Zuschauer sahen das Märchen des bis dahin nur Insidern bekannten Filmemachers, der dafür ebenfalls mit einem Oscar® prämiert wurde.
Die Mischung aus zielgruppengerechten Filmen und künstlerischen Entdeckungen kennzeichnet auch die Palette des Jahres 2009: Der aus „300“ bekannte englische Actiondarsteller Gerald Butler greift im Action-Thriller "Gamer" zur Waffe, das Update des Oscar©-ausgezeichneten Kultmusicals "Fame" und die Dokumentation „Serengeti“ stehen für klar umrissene Marken, während sich mit "Summertime Blues" das junge deutsche Regietalent Marie Reich präsentiert.
Doch letztlich ist für Universum nicht das ‚Was’, sondern das ‚Wie’ entscheidend. Das heißt: Unabhängig von Genres und Themen bietet der Verleih wie das gesamte Unternehmen eine hoch professionelle Vermarktung und den damit verbundenen Service. Denn selbst der beste Film braucht seine Wegbereiter.

Koproduktion: Tradition und Innovation 

Malta, Juli 2005: Die erste Koproduktion der Universum Film droht im Desaster unterzugehen. Eine Hauptdarstellerin von "Open Water 2" muss unmittelbar vor Drehbeginn ersetzt werden, ein unbedarfter Kapitän steuert eine Jacht mit der gesamten Crew auf hoher See in die Irre, der Kameramann bricht sich das Bein. Doch wie schon beim ersten Film im Verleih gibt es ein Happy End. Das Team um Regisseur Hans Horn meistert alle Schwierigkeiten, und beim Europäischen Filmmarkt 2006 reißen sich Käufer aus der ganzen Welt um den Thriller.
Das bestätigt die Entscheidung, sich auch aktiv in die Filmentstehung einzuklinken und dadurch an den Erlösen aus der internationalen Auswertung zu partizipieren. Dass sich Universum mit „Open Water 2“ zum ersten Mal in den Bereich Koproduktion vorwagte, lag an einem Bündel unterschiedlicher Gründe:
Einerseits wurde das Projekt von jungen, engagierten Talenten gestemmt, von den Produzenten bis zum Regisseur, andererseits gab es eine Absicherung durch Fördergelder und den Partner RTL, der die Fernsehrechte erworben hatte. Und die Thematik – ein Überlebenskampf auf offenem Meer – passte ideal in die thematische Palette des Kinoverleihs.
Produktionstechnische Seriosität und attraktive Qualität fand sich auch bei dem mit Woody Harrelson und Ben Kingsley hochkarätig besetzten Thriller "Transsiberian". Gleichzeitig brachte Universum seine Erfahrung in Sachen ‚Familienunterhaltung’ bei "Mondbär" - dessen Fernsehfolgen per DVD ausgewertet werden - und "Prinzessin Lillifee" ins Spiel.
Pro Jahr werden insgesamt rund drei Filme koproduziert. Und der Mix aus Innovativem und Bewährtem bleibt weiter bestimmend. So ist mit „Prinzessin Lillifee 2“ eine Fortsetzung der rosa Abenteuer der kleinen Prinzessin geplant und auch „Ritter Rost“ wird die kleinen Kinobesucher begeistern. Mit "Summertime Blues" verhilft Universum der Filmemacherin Marie Reich zu ihrem Kinodebüt. Die Adaption des Bestsellers „Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“, zu der gerade das Drehbuch entwickelt wird, erzählt eine exzentrische Liebesgeschichte; gleichzeitig knüpfen "Niko – Ein Rentier hebt ab" und „Serengeti“ an bisherige Erfolge der Universum Film an. Nur eines sollte sich nicht mehr fortsetzen: Das Chaos des Auftakts blieb ein Einzelfall.

Einkauf: Die Partnerschaft zählt 

Kommunikation kann eine hoch komplizierte Sache sein. Etwa wenn ein Partner lieber Telebriefe verschickt, die per Formular von einer Poststelle an die andere übermittelt und dann weitergeleitet werden. Doch falls ein Lizenzgeber einen solchen Weg bevorzugt, dann stellt sich der Einkauf der Universum Film darauf ein.
Dieses Improvisationstalent ist nur eine der Eigenschaften, die das Unternehmen zu einem wichtigen Spieler am Markt gemacht haben. Eine andere ließe sich mit ‚detektivischer Spürsinn’ beschreiben. Schließlich geht es stets darum, herauszufinden, wann und wo die Rechte für gewünschte Stoffe und Marken verfügbar werden.
Manchmal ist auch Vorstellungsvermögen gefragt. Das beste Beispiel dafür ist einer der ersten Video-Blockbuster, „Cliffhanger“. Als die Akquisition dieses Films anstand, gab es nicht einmal ein fertiges Drehbuch als Entscheidungsgrundlage, sondern nur einen Hauptdarsteller namens Sylvester Stallone, eine zweiseitige Inhaltsangabe und einen zugkräftigen Titel.
Nach wie vor sind wirklich attraktive Projekte eine Mangelware, für die eine Vielzahl von Interessenten bietet. Dass Universum über die ganze Auswertungskette von Kino bis Video-on-Demand (siehe iTunes) verfügt und häufig parallel RTL die Fernsehrechte erwirbt, erleichtert die Verhandlungen. Kurze und schnelle Entscheidungswege sind ein weiterer Vorteil.
Und noch ein weiterer Faktor ist entscheidend: Verlässlichkeit. Aus diesem Grund verfügt Universum über ein Netzwerk von teilweise langjährigen Partnerschaften im Home Entertainment Sektor. Die älteste davon – mit der Transit Film – sorgt seit 1973 für die großen Traditionsfilme – die deutschen Klassiker von der Stummfilmzeit bis zu den 50er Jahren. 1979 begann die Zusammenarbeit mit der früheren Scotia, aus der schon die Hits der Frühphase, von den Bruce Lee-Streifen bis zum „Eis am Stil“-Ulk, hervorgingen. Die Deals für die Erfolge von „Cliffhanger“ und „Pulp Fiction“ kamen ebenfalls durch die Vermittlung des früheren Partners zustande. Einer der ersten Lizenzgeber war die damalige Jugendfilm, die von 1981 bis 1998 mit Universum kooperierte. Mitte der 90er wurden weitere wichtige Partnerschaften geschlossen, zunächst mit dem ZDF und 1996 mit der Tobis Film (z.B. "Das Fünfte Element" oder "P.S. Ich liebe dich") und der Telepool (von "American Werewolf 2" bis "Crank"). Auch für weitere große deutsche Independent-Firmen wurde Universum zu der Adresse im Heimkinobereich, ob – vorübergehend – die Constantin Film, die die Filmbibliothek unter anderem mit dem "Schuh des Manitu" bestückte, oder Senator Entertainment, mit der es seit 2006 exklusiv eine Zusammenarbeit gibt. Diese sorgte bislang für DVD-Bestseller wie "Pans Labyrinth" oder Quentin Tarantinos "Death Proof".
Diese Partnerschaften funktionieren unter anderem deshalb so gut, weil Universum korrekte und zeitnahe Abrechnungen garantiert. Ein Grund dafür ist ein hoch modernes Verwaltungssystem für die Lizenzdatenbank. Und wenn einmal High Tech für den Kunden nicht ausreicht, dann gibt es immer noch die guten alten Telebriefe.

iTunes: Bilder ohne Grenzen 

Die Zukunft ist virtuell, und als erster deutscher Independent hat sich Universum ein Stück davon gesichert. Seit Oktober 2008 bietet das Unternehmen ausgewählte Inhalte auf iTunes an, zunächst TV-Serien, inzwischen auch Kinohits wie „Pans Labyrinth“ oder „Wo ist Fred?“ Bereits wenige Wochen nach dem digitalen Stapellauf sorgten die Titel ohne nennenswerte Werbung für Umsätze.

Neben dem Portfolio aus Katalogtiteln zusammen, werden auch neue Filme zeitgleich zum DVD-Kaufstart angeboten. Damit stellt das Unternehmen eine seiner klassischen Stärken unter Beweis: Alle Auswertungsschienen werden vernetzt, so dass sich die entsprechenden Synergien nutzen lassen.

So gibt es für die bewegten Bilder aus dem Universum-Kosmos praktisch keine Grenzen mehr. Ob vor der Kinoleinwand oder dem Computer, beim Fernsehen oder unterwegs mit dem Handy, der Zuschauer mag sich dann fühlen wie in einem alten Beatles-Song. Denn vor seinen Augen entfalten sich...

Images of broken light which
dance before me like a million eyes
That call me on and on
across
the
universe

15 Jahre Tania Reichert-Facilides 

Kosmetikprodukte und Filme scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben. Doch Tania Reichert-Facilides beweist das Gegenteil. Die studierte Betriebswirtin hatte ihre Karriere als Marketingleiterin bei L’Oréal begonnen, bevor sie 1994 in der gleichen Position bei Universum Film einstieg. Konsequent wandte sie bei der Vermarktung und im Einkauf, dessen Leitung sie ein Jahr später übernahm, die Methoden eines Markenartiklers an – wie Marktforschung oder Zielgruppensegmentierung.

Diese Vorgehensweise und Strategien waren auch für die Aufwärtsentwicklung des Unternehmens mit verantwortlich. 1997 wurde Tania Reichert-Facilides stellvertretende und 1999 alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführerin. In dieser Zeit konnte sie kompetente Teams aufbauen und schlanke, kostengünstige Prozesse umsetzen – zwei weitere Faktoren des Universum-Erfolgs. Doch für Tania Reichert-Facilides ist die Entertainment-Branche nicht nur in messbaren Größen zu erfassen: „Film und Musik ergreifen einen unmittelbar emotional. Das lässt sich mit keinem anderen Bereich vergleichen.“

30 Jahre Universum Film

Home Entertainment: Starke Marken in allen Formaten

Kinoverleih: Wegbereiter für Qualität

Koproduktion: Tradition und Innovation

Einkauf: Die Partnerschaft zählt

iTunes: Bilder ohne Grenzen

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